POMP pompt!!!

Wie kommt es eigentlich immer wieder zu Pracht, Luxus, Pomp?  Wie kommt es, dass wir Energie und Material aufwenden um etwas prachtvoll Protzen zu lassen, ohne dass es einen weiteren Zweck hat?

Vielleicht, so dachte ich mir am Sonntag bei der Ausstellungseröffnung von POMP im Wilhelm Lehmbruck Museum, ist es einfach eine Freude am Schönen und am Leben, aus der heraus man einfach „schaffen“ muss.

Viel Ehrfurcht bestand vor den weißen Wänden und Kuben jedenfalls nicht. Nach dem „Ich freue mich das Sie und Ihr hier seid“ mit dem die Eröffnungsrede schloss, umwuselten diese bereits die gesamten Anwesenden. Kinder in jedem Alter, Jugendliche, junge Erwachsene, Familien, Künstler, Museumspädagogen und Gäste jeder Art.

Mit einer allgemeinen kindlichen Freude wurden Fäden durch den Raum gezogen, Knete an die einladend weißen Wände gepappt, Klebestreifen in jeder Farbe mit Alufolie kombiniert, rote essbare Gummischnüre entpuppen sich als Mimikrikünstler in einer aus rotem Klebeband bestehenden Umwelt und innerhalb der ersten Stunde war der Raum bereits sosehr mit Pomp infiziert, dass Zweifel aufkamen, ob er denn dann bis Ende April, solange läuft die Ausstellung, begehbar sei.

Selbstverständlich geht es bei dieser Ausstellung nicht nur ums wilde drauflos Kleben und zu Kleistern. Es gibt einige wenige Regeln und Ziel ist es, dass Arbeitskonzept der Künstlerin Karin Hochstatter nachzuvollziehen, die diese interaktive Ausstellung begleitet, welche den Dialog zwischen Besucher, Künstler und Werk, als auch zwischen Besucher und Besucher sucht. Denn neben dem Schaffen und Wachsen steht das Verkümmern und Wegnehmen. Ständig ist die eigene Raumwahrnehmung gefordert und es ist zu prüfen, was passt, was nicht; und mit Sicherheit steht für einige Kinder als auch noch für viele Erwachsene die pädagogisch herausfordernde aber gewiss sehr wertvolle Erfahrung bevor,  zu sehen, wie das eigene Werk demontiert wurde.

Um diese „Evolution“ zu dokumentieren werden dann auch regelmäßig Fotos der Ausstellung gemacht und abschließend sind alle großen und kleinen Künstler eingeladen, den Raum in seinem Endstadium zu betrachten und sich, wahrscheinlich durch einen Dschungel von Fäden und Klebestreifen kämpfend, auf die Suche nach ihrer(!) Ecke zu machen.

 

Stiftung Wilhelm Lehmbruckmuseum, Duisburg,  POMP – Karin Hochstatter, 4.11.08 – 26.4.09

Geschrieben von Tea am Monday, den 3. November 2008 um 14:56 Uhr in Kultur, Region Duisburg. Diesen Beitrag weiterempfehlen

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