Viersiebtel mit Fünf Sinnen.

Guten morgen,

viersiebtel der Woche sind rum, (v)erlebt im Dunstkreis des Wilhelm Lehmbruck Museums.

Das Wilhelm Lehmbruck Museum ist ein Museum hauptsächlich für Skulpturen, und man sagte mir, da ich mich eher fürs Wort interessiere, ich solle mal gucken wie ich mich einbringe, was ich anstelle.

Leider fehlt mir die künstlerische Autorität um mit einer Spraydose und einem buntem Graffiti Skulptur und Wort direkt zu verbinden.

Also überlegte ich mir, von meiner Zeit hier zu erzählen, die, wie ich schnell merkte, mehr Sinne beanspruchte, als nur das Ersehen und Erfühlen von Skulpturen und in der Fragen aufkamen, deren Tragweite ich nicht überschauen kann.

So will ich den heutigen Rundgang durch das imaginäre Museum meiner Erinnerungen nach den 5 Sinnen strukturieren.

Beginnen möchte ich mit dem Sehen und hier komme ich nicht drum rum, die neu eröffnete Duisburger Sehstation zu erwähnen.

Der Nicht- Duisburger fragt vielleicht Sehstation?

Ganz kurz und knapp: Die Hauptsehstation ist eine überdimensionale teils bunte, teils holzfarbene Holz(!)konstruktion, die von der Form einem Kameraobjektiv nachempfunden wurde. Um diese rum, wie die Küken um die Glucke, sind kleine ganzheitlich bunte doppelte Holzquadrate verteilt, die als Bilderrahmen für die Bauwerke, die architektonischen Schönheiten Duisburgs, dienen.

Ich finde es auf jeden Fall lohnenswert, auf die Suche nach diesen Rahmen zu gehen, da man nicht nur die interessanten Schönheiten durch die Rahmen sieht, sondern auch, während man den Platz nach einem pinken Holzkasten absucht, manch andere, schüchternere, natürlich architektonische Schönheit finden kann.

Und wer dieses Seherlebnis gern noch mit einem akustischem verbinden möchte, der kann sich zwischen den doppelten Rahmen stellen, und den leichten Hall seiner Stimme beobachten.

Als nächstes möchte ich die Aufmerksamkeit auf einen Duft lenken, so lieblich wie frisch gemahlener Kaffee, sicher so süchtig machend, wie der gute Flüssigklebstoff.

Ich rieche, rede vom Duft frischer Bücher, Heftchen und Broschüren. Vom Duft frischen Papiers. Ich mag diesen nicht in ein Gewand aus Worte kleide, man probiere selber, und Quereinsteigern aus der Klebstoffschnüfflerbranche empfehle ich die Buchrücken nahen Gegenden.

Am außergewöhnlichsten, das Hörerlebnis und der Hauptgang meiner Viersiebtelwoche war die Lesung von Durs Grünbein.

Durs Grünbein sei bekannt, habe ich mir sagen lassen, nur scheinbar mir nicht.

Uuuund er ist ein Dichter. Einer der Hauptvertreter der modernen Lyrik.

Die Lesung begann mit einer Analyse des Moderators, die ich jetzt nicht wiederholen mag. Doch möchte ich fragen, wie man sich da oben fühlen muss, als Autor, als Analyseobjekt, wenn man gesagt kriegt, wie wichtig doch der Großvater für einen gewesen sei oder wie wichtig gewisse Städte für einen selbst seien.

Viel wurde die neue Beliebtheit der Lyrik gepriesen, auf die Herr Grünbein bemerkenswert nüchtern antwortete, dass dies alles ihn an Wahlkampfprognosen und -propaganda erinnere.

Leider kamen meiner Ansicht nach Gedanken von Herrn Grünbein, bezüglich der kulturellen Entwicklung, dem Verhältnis von Lyrik und Prosa und der von ihm kurz angerissenen „Angst/Respekt von Autoren vor der Lyrik“ zu kurz.

Stattdessen wollte man wohl lieber Lebenshintergründe, lieber ein bisschen Tratsch um die verehrte Berühmtheit serviert bekommen.

Als ich, enttäuscht von manchen Gedichten, den mindestens 50 jährigen Organisator nach seiner Meinung fragte und speziell ein Gedicht anführte, was sich um einen Pfirsich rankte, meinte dieser nur, das hätte ihm besonders gut gefallen. Wir verständigten uns dann darauf, dass diese Unterschiedliche Meinung wohl vielleicht grade mit dem Alter und der Lebenserfahrung zusammen hängt. Also abwarten.

Ein wunderbar leichtes Geschmackserlebnis sind auf jeden Fall die Kalamaretti a la Grünbein die man am besten mit der passend farbigen Pommesgabel kosten sollte.

Wer dies nicht nachfühlen kann, möge sich bei der nächsten Gelegenheit Gedanken zur passenden Pommesgabel machen und selbst wenn du, verärgert über so kindischen(!) Unsinn am Ende doch irgendeine Gabel nimmst… bist du nicht schon, mit deinen Gedanken, diesem „kindischem“ Blödsinn verfallen?

Geschrieben von Tea am Friday, den 5. September 2008 um 14:14 Uhr in Kultur, Region Duisburg. Diesen Beitrag weiterempfehlen

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Eine Reaktion zu “Viersiebtel mit Fünf Sinnen.”

  1. Thomas Lamsfuss am 26. September 2008 um 16:43 Uhr

    Das verspricht ja interessant zu werden in Duisburg ;-) Habe enstprechend mal eine eigene Kategorie dafür aufgemacht “Region Duisburg”

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