Essen - Kulturhauptstadt ohne Geschichte?
“Geschichtslos” sind Städte wie die freie Reichsstadt Dortmund oder Essen (Gründung Kloster Werden 799, Gründung Stift Essen 845) sicher nicht zu nennen, auch wenn das Handelsblatt das so sieht. Allerdings ist es richtig, und dies räumt auch das Kulturhauptstadtbüro 2010 selbst ein, dass Essen und das Ruhrgebiet als Ballungsraum noch sehr jung sind.
Es stellt sich jedoch die Frage, ob es wirklich jahrhundertealter Patina bedarf, um dem Anspruch an eine Kulturhauptstadt gerecht zu werden. Das MoMA ist auch einige Tage jünger als die Uffizien, aber impliziert das gleich eine Rangordnung?
Das Herumreiten auf der Stadtgeschichte lenkt doch ein wenig von der eigentlichen Frage ab, nämlich der, ob die Anforderungen an eine Kulturhauptstadt derzeit erfüllt sind.
Geschrieben von Thomas Lamsfuss am Monday, den 16. October 2006 um 09:19 Uhr in Diskussion um Essen. Diesen Beitrag weiterempfehlen
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2 Reaktionen zu “Essen - Kulturhauptstadt ohne Geschichte?”
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Blöd finde ich, wie vor lauter political correctness die Bedeutung Essens in der Rüstungsindustrie (z.B. die “Dicke Bertha” aus dem 1. Weltkrieg) und sogar Heinz Rühmann! (Denkmal abgelehnt) unter den Tisch gekehrt werden.
Bei Führungen habe ich erlebt, dass Niederländer und Engländer sich für diesen Abschnitt der Essener Geschichte sehr interessierten - und auch mehr wussten als die deutschen Teilnehmer.“Zollverein-Syndikat” von Tour de Ruhr und so, das ist doch Humbug.
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Das ist ein bißchen eine Frage, was so unter “Geschichte” verstanden wird. Der Handelsblattbeitrag kritisierte im Kern, dass Essen eben außer Rüstungs- und Schwerindustrie inkl. zugehöriger Funktionsarchitektur keine geschichtliche Substanz habe.

